Markt Sulzberg

liebenswert – lebenswert – lohnenswert
Sulzberg im Allgäu

Buch der Woche

Künstlerin, Forscherin, Geschäftsfrau

Maria Sibylla Merian
“Seidenraupe, Dschungelblüte”

… die Lebensgeschichte der Maria Sibylla Merian wurde von der Journalistin Charlotte Kerner kenntnisreich und spannend geschrieben:

Vor 300 Jahren – 1717 – starb im Alter von 70 Jahren die Malerin und Insektenforscherin M. S. Merina arm, aber weltberühmt. Von Kind an war sie von Büchern und Kunst umgeben. Ihr Vater, der berühmte Frankfurter Verleger und Kupferstecher Matthäus Merian, starb sehr früh, doch auch der Stiefvater war Künstler und erkannte und förderte das Talent des Kindes. Es war im 17. Jahrhundert nicht ungewöhnlich, dass eine talentierte Frau eine Ausbildung bekam und damit den Familienunterhalt aufbessern konnte. Marias Leidenschaft für Raupen wurde geweckt, als sie mit 13 Jahren Seidenraupen geschenkt bekam. Sie beobachtete und zeichnete die Entwicklungstufen Ei, Raupe, Puppe, Falter zu einer Zeit, als ihre Zeitgenossen noch glaubten, Mücken und Raupen seien aus Schlamm gezeugte Teufelsbrut. Der Lebensweg der Merian zur anerkannten Naturforscherin und Künstlerin verlief auch für heutige Verhältnisse bewundernswert. Er gipfelte in einer Reise nach Surinam, damalige holländische Kolonie, die sie 1699 – mit 52 Jahren unternahm. Zwei Jahre sammelte sie exotische Pflanzen und Tiere und krönte ihr Lebenswerk mit einem prächtigen Buch über die Insekten- und Pflanzenwelt Surinams.

Im Buch und auch in einem Interessanten Beitrag des letzten “Land & Berge” Magazins (über die “unbeirrbare Schmetterlingsfrau”) befinden sich fantastische Abbildungen der von Merian eigenhändig gestochenen und kolorierten Kupferstiche. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse sind noch in heutiger Zeit aktuell, so prangte ihr Konterfei auf der früheren 500 DM Note.